
Geschichte
Das Deutsche Taubblindenwerk wurde im Jahre 1967 als gemeinnützige GmbH gegründet. Gesellschafter sind der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV), der Blinden- und Sehbehindertenverband Niedersachsen (BVN) und der Deutsche Paritätische Wohlfahrtsverband (DPWV). Nach dem Zweiten Weltkrieg gab es in der Bundesrepublik Deutschland keine Einrichtung, die sich der Belange taubblinder Menschen annahm. Deshalb war es für die Gesellschafter ein wesentlicher Bestandteil der von ihnen verkörperten Idee der Selbsthilfe, durch die Schaffung geeigneter Einrichtungen diese Lücke zu schließen.
Im Jahr 1971 wurde in Hannover-Kirchrode eine Schule, das heutige Bildungszentrum für Taubblinde sowie ein Heim für taubblinde Erwachsene bezogen. Später wurde die Schule erweitert. Heute werden im Bildungszentrum für Taubblinde mehr als 80 Kinder und Jugendliche beschult und ausgebildet, im Heim für Erwachsene wohnen rund 60 Personen. Zusätzlich wurde in Fischbeck, Hessisch Oldendorf, eine Einrichtung für mehrfachbehinderte taubblinde Erwachsene geschaffen, die im Jahr 1990 fertiggestellt und in den Jahren 1999 und 2005 um zusätzliche Wohn- und Betreuungsangebote erweitert wurde. Inzwischen ist auch diese Einrichtung mit rund 100 taubblinden Bewohnerinnen und Bewohnern nahezu voll ausgelastet. Dort unterhält das Deutsche Taubblindenwerk auch eine Werkstatt für behinderte Menschen mit einer breiten Palette von Arbeits- und Beschäftigungsangeboten.
Taubblindheit ist eine Behinderung eigener Art, die sich nicht aus der Addition von Taubheit und Blindheit ergibt. Unter Taubblindheit ist eine Behinderung zu verstehen, die ausgeht von einer Schädigung sowohl des Sehens als auch des Hörens. Da beide Fernsinne geschädigt sind, können die Ausfälle des einen Sinnes nicht oder nur mangelhaft durch den jeweils anderen Sinn kompensiert werden. Deshalb treten bereits bei relativ geringen Einzelschädigungen schwere Beeinträchtigungen der Gesamtentwicklung auf.
Die Förderung, Beschulung und Betreuung taubblinder Menschen umfasst
Neben intensiven Bemühungen in unseren Einrichtungen zur ganzheitlichen Förderung taubblinder Menschen haben Schullandheimaufenthalte und Freizeiten eine große Bedeutung bekommen. Sie werden nicht über die Entgelte der Sozialleistungsträger abgedeckt. Das Deutsche Taubblindenwerk trägt diese Kosten mit Hilfe von Spendenmitteln und/oder gelegentlichen Zuwendungen aus Erbschaften.
Schullandheimaufenthalte und Freizeiten sind ein Beitrag zum Verringern der Isoliertheit. Sie helfen, soziale Beziehungen und Verbindungen zu knüpfen und dienen der Erweiterung der Umwelterfahrung. Die Wahrnehmungsfähigkeit wird erweitert und die Orientierung sowie die Mobilität werden erhöht.
Es ist das Ziel der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Einrichtungen des Deutschen Taubblindenwerks, den taubblinden Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen ein Leben zu ermöglichen, das mehr zum Inhalt hat als nur Nahrung, Kleidung und Wohnung. Ereignisreiche Tage mit erinnerungswerten Erlebnissen helfen dabei, die Welt zu spüren und sich selbst als Bestandteil dieser Welt zu begreifen.
Unser AUFTRAG
Das Deutsche Taubblindenwerk hat es sich zur Aufgabe gemacht, taubblinde und hörsehbehinderte Menschen lebenslang zu fördern und zu begleiten
Hörsehbehinderte und taubblinde Menschen haben ein Recht auf Bildung und Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft. Das Deutsche Taubblindenwerk setzt sich für die Verwirklichung dieser Rechte ein und hat es sich zur Aufgabe gemacht, hörsehbehinderte und taubblinde Menschen lebenslang zu fördern und zu begleiten.
Hierzu unterhält das Deutsche Taubblindenwerk zwei zentrale Einrichtungen:
TBZ Hannover und TBZ Fischbeck
Das Deutsche Taubblindenwerk bietet hörsehbehinderten und taubblinden Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen ein umfangreiches Förder- und Betreuungsangebot. Es beinhaltet die Frühförderung, die Schule und Ausbildung, die Rehabilitation sowie Wohn- und Begleitungsangebote für Erwachsene.
Die vielfältige und intensive, die aufwendige und menschenzugewandte Arbeit ist nur möglich durch das Zusammenwirken vieler Menschen und Institutionen, durch ausreichende Kostendeckungen der öffentlichen Hand und durch kleine und große Spenden.
Unsere LEITSÄTZE
Diese Grundsätze leben wir glaubhaft und überprüfen deren Umsetzung regelmäßig.
Wolfgang Angermann
Geschäftsführender Direktor